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Liebesgrüße aus dem Büro

Kündigen oder bleiben? Das ist hier die Frage. 2 Briefe bringen Dir Klarheit.

Kannst Du Deinen Job wirklich nicht mehr aushalten oder bewertest Du Deine Situation gerade schlimmer als sie ist?

Weil es wieder so ein Tag ist, wo Du nur noch mit Idiotinnen, No-Brainern und Verweigerern zu tun hast?

Und das bezieht sich sowohl auf die Führungsetage als auch auf die Kolleginnen, die Kunden und die Aufgaben selbst – ALLES DOOF.

Du möchtest am liebsten entweder sofort in ein Sabbatjahr aufbrechen oder den ganzen Schei.. hinwerfen.

Du willst schimpfen und meckern, wie unfähig Alle sind und wie unsinnig Alles ist.

Logisch: In einem gewissen Maße sind Aufs und Abs im Job auch üblich und ok.

Und Meckern hilft auch manchmal, wenn 

  • man den eigenen Job die überwiegende Zeit in diesem miesen Licht sieht und sich nur noch wie ein Zombie jeden Tag dorthin schleppt,
  • man die eigenen Werte, das Engagement, die Leistungsbereitschaft an der Eingangstür ablegt, maximal „Dienst nach Vorschrift“ macht, 
  • die Abstände zwischen den Tiefpunkten immer kürzer, die Tiefpunkte immer tiefer und die Phasen von Frust, Sinnlosigkeit oder auch Übellaunigkeit und Gereiztheit immer länger werden, 
  • man nur noch im Meckermodus ist und an nichts und niemandem mehr ein gutes Haar lässt, und sich das vielleicht sogar schon im Privaten auswirkt. 

Dann wird es höchste Zeit, etwas zu ändern: Entweder den Job oder den eigenen Umgang damit.

Kündigen oder bleiben? Das ist hier die Frage.

  • Ist wirklich ALLES und JEDER doof, ist es IMMER gruselig und sinnlos oder bin ich auf meine eigenen Wahrnehmungsfilter hereingefallen?
  • Habe ich möglicherweise den Blick für das verloren, was funktioniert, Sinn und Erfüllung bringt?
  • Oder ist es tatsächlich so, dass ich bei dem Arbeitgeber mit den Rahmenbedingungen und der Aufgabenstellung nicht mehr arbeiten kann?

Kündigen oder bleiben? Zwei Briefe bringen Klarheit.

Diese Übung verschärft die so genannte Kopfstand-Methode.

Ich ermuntere Dich, zu schimpfen, zu meckern, zu maulen, zu jammern, Dich zu beschweren, was das Zeug, beziehungsweise das Papier, hält. 

Die folgende Übung besteht aus drei Teilen:

Einschub an der Stelle:

Laut Wikipedia beruht Hass auf Ablehnung gegen etwas oder jemanden oder auch auf einer konkreten Erfahrung, etwa einer konkreten Verletzung von Werten und Bedürfnissen.
(Was im Job nicht so selten vorkommen soll, wie ich gehört habe.)

1. Der Hass-Brief

Wenn Dir das Wort Hass zu gewaltig erscheint, empfehle ich, Dein eigenes, passendes Wort zu finden, vielleicht „Mecker-Brief“ oder ähnliches.

Bitte achte auf die Anleitung:

1. Schreibe nun Deinen „bösen“ Brief an Deinen Job.

Verwende maximal 5 bis maximal 10 Minuten darauf und überlege Dir schon vorher, mit welcher angenehmen Tätigkeit Du Dich danach belohnen und wieder in eine gute Stimmung versetzen kannst.

Bewegung – idealerweise an frischer Luft – im Anschluss an die Übung ist auch hilfreich, um die Mecker-Energie wieder aus dem System zu bekommen.

  • Benenne alles, was Dich stört, was Du nicht leiden kannst, was Dich nervt, aufregt, erzürnt, erschöpft oder ungeduldig werden lässt.
  • Schreibe auf, was Du als unnütz, sinnlos, überflüssig, schlecht organisiert oder nur halbherzig durchdacht empfindest.
  • Schimpfe über Personen, die sich nicht so verhalten, wie Du es gerne hättest, genauso wie über Zuständigkeiten, Arbeitsabläufe, die technische Ausstattung und andere Rahmenbedingungen.

Diese Liste ist natürlich längst nicht abschließend, ergänze alles, was Dir in den Sinn kommt.

  • Schreibe mit der Hand.
  • Schreibe zügig, spontan und frei.
  • Pfeife auf Schönschrift, Satzbau und Rechtschreibregeln. Kommata werden überbewertet.
  • Sei gemein, unfair, anklagend und besserwisserisch.
  • Übertreibe, verallgemeinere, mach es noch schlimmer.
  • Haue Alles ungefiltert raus.
  • Schreibe Dir den Mist von der Seele.

Und falls nach einer kleinen Weile eine Schreibpause entsteht und Du das Gefühl hast, dass Dir nichts mehr einfällt, dann schreibe – gegebenenfalls mehrfach hintereinander - „Mehr fällt mir nicht ein“. Und wenn Dir dabei wirklich nichts mehr einfällt, dann beende den Brief.

Wenn Du das gleichzeitig schaffen kannst:

Spüre während des Schreibens in Dich hinein und versuche Deine Körpersignale, Gefühle und Emotionen wahrzunehmen.

Welche Erkenntnisse und Aha-Momente hast Du möglicherweise dabei?

Schreibe sie auf einem separaten Blatt mit.

Wenn Dir das zu viel ist:

Spüre nach Beendigung des Briefes nach, wie es Dir damit ging beziehungsweise geht. Und schreibe es dann auf.

Frage Dich zum Schluss, was Du mit dem Brief machen willst.

Wonach ist Dir?
Verwahren?
Einrahmen und aufhängen?
Wegwerfen? Verbrennen? Schreddern?
Folge Deiner Intuition. Alles, was Dir in den Sinn kommt, darf sein.

Ich rate an der Stelle lediglich davon ab, den Brief an Vorgesetzte zu senden.

Bitte behalte die Notizen über Deine Körpersignale, Gefühle, Emotionen und Erkenntnisse.
Wir kommen gleich darauf zurück.

Und belohne Dich bitte auf jeden Fall mit etwas Angenehmem.

2. Beobachte Dich in den nächsten Tagen.

Wie geht es Dir im Job?

In welcher Stimmung bist Du?

Gibt es im Vergleich zu vor dem Brief Unterschiede in Deinen Reaktionen auf Menschen und Situationen?

Bist Du vielleicht gelassener?

Oder hat sich die Lage zugespitzt?

Ergänze in den nächsten Tagen die Liste Deiner Körpersignale, Gefühle, Emotionen und Erkenntnisse.

Wie fühlst Du Dich bei der Arbeit?

Welche Situationen rufen welche Reaktionen bei Dir hervor?
Welche Aha-Momente, Empfindungen und Eingebungen hast Du?
Wenn Du den Eindruck hast, dass sich Deine Liste nicht mehr weiter entwickeln lässt, weil immer dieselben Phänomene auftauchen, gehe zu Schritt 2 über:

2. Der Liebes-Brief, Teil 1

Schreibe einen „lieben“ Brief an Deinen Job.
Wenn Du jemals einen Liebesbrief geschrieben oder erhalten hast, weißt Du:

Ein Liebesbrief folgt anderen Regeln.

  • Nimm Dir Zeit.
  • Vielleicht kaufst Du Dir zuerst einen schönen neuen Stift, mit dem Du den Brief schreiben willst.
  • Besorge schönes Briefpapier.

1. Vorbereitung:
Nimm Dir, EHE Du den Brief schreibst, ausreichend Zeit, Deinen Job wohlwollend und liebevoll zu betrachten. Beobachte ein paar Tage lang, was gut läuft.

Lenke Deinen Fokus auf das, was positiv ist. Wertschätze das, was funktioniert. Finde Liebens- und Lobenswertes.

Vielleicht grüßen Deine Kolleg:innen Dich ja freundlich?
Eventuell hast Du Deine moderne und funktionelle Büroeinrichtung noch nie gewürdigt?
Möglicherweise sind die Aufgaben doch hier und da interessant?
Gegebenenfalls stellst Du fest, dass Du Menschen helfen, Projekte voran bringen und etwas Sinnvolles vollbringen kannst?

2. Schreibe Deinem Job:

  • was Du an ihm liebst und schätzt,
  • was Dir wichtig ist,
  • welche Wünsche und Bedürfnisse er Dir bereits jetzt erfüllt.
  • Drücke ihm Deinen Dank aus.

Und:

  • Schreibe mit der Hand.
  • Schreibe deutlich.
  • Lobe und schwärme, übertreibe und schmeichle.

3. Der Liebes-Brief, Teil 2

Überlege Dir, was passieren müsste, damit Du Deinen Job noch mehr liebst.

Beschließe Deinen Liebesbrief damit, dass Du Deinem Job schreibst, was dazu führen könnte, dass Du ihn noch mehr liebst.

Gerne mit Wenn-dann-Sätzen.

Zum Beispiel:

Wenn die Arbeitszeiten flexibel wären, dann liebte ich Dich noch mehr.

Bitte achte bei Deinen Wunsch-Sätzen darauf, dass Du sie positiv formulierst.

Schreibe nicht auf, was Du nicht mehr willst, sondern wie Du es Dir idealerweise vorstellst.

NICHT:
Wenn meine Vorgesetzte nicht so schnippisch wäre,
dann würde ich noch lieber hier arbeiten.

SONDERN:
Wenn meine Vorgesetzte warmherzig wäre,
dann würde ich noch lieber hier arbeiten.

Auch für diese Übung gilt:
Falls nach einer kleinen Weile eine Schreibpause entsteht und Du das Gefühl hast, dass Dir nichts mehr einfällt, dann schreibe – gegebenenfalls mehrfach hintereinander - „Mehr fällt mir nicht ein“. Und wenn Dir dabei wirklich nichts mehr einfällt, dann beende den Brief.

Wenn Du das gleichzeitig schaffen kannst:

Spüre während des Schreibens in Dich hinein und versuche Deine Körpersignale, Gefühle und Emotionen wahrzunehmen. Welche Erkenntnisse und Aha-Momente hast Du möglicherweise dabei?
Schreibe sie auf einem separaten Blatt mit.

Wenn Dir das zu viel ist:

Spüre nach Beendigung des Briefes nach, wie es Dir nun geht. Und schreibe es dann auf.

  • Möglicherweise bemerkst Du, dass es mehr „Liebenswertes“ an Deinem Job gibt als Du in der letzten Zeit wahrgenommen hast.
  • Unter Umständen entdeckst Du, dass es nur wenige Dinge, Umstände oder Personen sind, die Dich stören, und Du die negativen Empfindungen, die damit verknüpft sind, mit der Zeit auf den ganzen Job übertragen hast. Möglicherweise kann in dem Fall das eine oder andere Gespräch schon einiges klären und bewirken.
  • Vielleicht stellst Du fest, dass einfach nichts mehr passt und Dein aktueller Job Deine Wünsche nicht erfüllen und Dich nicht dauerhaft motivieren kann. Dann ist es vielleicht an der Zeit, die Entscheidung zu treffen und sich umzuorientieren.

Im besten Fall weißt Du nun, ob du kündigen oder bleiben willst.

In jedem Fall wird diese Übertreibung und die Zuspitzung auf „Verhasstes“ und „Geliebtes“ dazu beitragen,

  • dass Du Deine diffusen Gedanken und Gefühle sortieren kannst,
  • dass Du Deine Empfindungen noch differenzierter wahrnehmen und
  • dass Du Deine Wünsche und Bedürfnisse noch besser formulieren kannst,
  • dass Du einige Bedingungen für Deinen idealen, liebenswerten Job benennen kannst, und
  • dass Du bei einer Neuorientierung besser darauf Acht geben kannst, ob diese erfüllt werden oder nicht.

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