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Mit welchem Glaubenssatz knockst Du Dich aus?

Wenn wieder ein lästiges gedankliches Programm anspringt: Erfahre, woher so ein blockierender Glaubenssatz kommt, wieso er Dich steuert und wie Du ihn loswerden kannst.

Wir alle kennen das Phänomen, dass in unserem Kopf unaufgefordert innere Stimmen laut werden, die uns zwar nicht passen und uns doch steuern:

  • Was soll das denn?
  • So ein Unsinn, damit kann man doch nicht weiterkommen.
  • Erfolg muss man sich erarbeiten.
  • Wünschen kann man sich ja viel, aber ob man das auch bekommt.
  • Ich schaffe das ja sowieso nicht.
  • Menschen wie ich haben mit so ‘was kein Glück.
  • Das hab‘ ich mir doch gleich gedacht.
  • Man bekommt im Leben nichts geschenkt.
  • Ohne Fleiß kein Preis.
  • Die Zeit hätte ich besser für etwas Nützliches verwendet.

Du merkst, worauf ich hinaus will:

Die Stimme, die sich jetzt vielleicht – oder in vergleichbaren Situationen – meldet, drückt womöglich gar nicht Deine eigene aktuelle Stimmung aus.

Und doch bestimmt sie Dich. Stimmt ‘s?

Du spulst Überzeugungen ab, die Du in der Vergangenheit übernommen hast.

Haltungen, die Du als Kind von Deinen Eltern und in Deinem Umfeld erlebt hast.

Werte, die Du während Deiner kindlichen Prägung unreflektiert (wie denn auch sonst, mangels eigener Erfahrung) als wahr angenommen hast.

Nun hängen sie in Deinem System.

Du wirst unbemerkt von ihnen ferngesteuert.

Das muss nicht so bleiben.

  • Jetzt bist Du nämlich kein abhängiges, unerfahrenes Kind mehr.
  • Deine Eltern sind für Deine aktuellen Gedanken, Werte, Haltungen und Handlungen nicht mehr maßgeblich.
  • Du bist eine erwachsene Person.
  • Du hast Deine eigene Lebenserfahrung gesammelt.
  • Du bist frei, Dir Dein eigenes Bild zu machen.
  • Du bist ein begabtes Wesen.
  • Du kannst bewusste, eigene Entscheidungen treffen.
  • Du kannst derartige Glaubenssätze auf ihre aktuelle Gültigkeit für Dich hinterfragen.
  • Du kannst zu dem Schluss kommen, dass manche Überzeugungen Deiner Eltern für Dich in jungen Jahren gut waren, für Dich jetzt aber nicht mehr passend sind.
  • Du darfst die Etiketten elterlicher Identitätszuschreibungen entfernen.
  • Du darfst Dich von überlebten Normen und Werten Deiner Eltern verabschieden und sie durch solche ersetzen, die jetzt zu Dir passen und Deine eigenen sind.

Horche in Dich hinein, wenn Du Dich bei einem solchen inneren Satz ertappst. Frage Dich: 

Wer in mir spricht diesen Glaubenssatz?

Nach der Transaktionsanalyse (TA) nach Eric Berne* kommen dafür drei verschiedene so genannte Ich-Zustände in Frage.

Was sind Ich-Zustände?

Sie strukturieren das seelische Erleben.

Sie liefern ein griffiges Erklärungsmodell dafür, wie Verhalten und Kommunikation - innere sowie zwischenmenschliche - funktionieren.

Ich-Zustände sind Persönlichkeitselemente.

Sie repräsentieren innere, oft unbewusste Grundhaltungen, aus denen heraus wir

  • denken,
  • handeln,
  • Informationen aufnehmen, sie beurteilen und auf sie reagieren - auch emotional.

Das Ganze ist deutlich komplexer, als ich das hier darstellen kann, nichtsdestotrotz ist es mir ein Anliegen, Grundzüge zu erläutern.

Weil das Wissen um diese Ich-Zustände auch bedeutend für die Kommunikation im Job ist.

Die TA hilft, das eigene Denken und Verhalten sowie das anderer Menschen besser zu verstehen und trägt somit zur Vermeidung von Konflikten und Missverständnissen bei. 

Sie erweitert die Klaviatur Deiner Handlungsoptionen.

Das Eltern-Ich

steht für das Vermitteln von Wissen, Werten, Erziehung.

Hier werden Regeln, Verbote, Gebote und Erlaubnisse gespeichert.

Das Eltern-Ich weiß,

  • was sich gehört,
  • was gut und richtig (für das Kind) ist,
  • wie man sich zu verhalten hat.

Es gibt zwei Varianten: das kritische und das fürsorgliche Eltern-Ich.

1. Das fürsorglich Eltern-Ich zeigt sich

  • verständnisvoll,
  • unterstützend,
  • ermunternd,
  • beschützend

in allen möglichen Ausprägungen.

Wird Fürsorge übertrieben, kann das bremsend statt unterstützend wirken.

Hier werden Erlaubnisse, als hilfreiche Unterstützung empfundene Empfehlungen, das Verhalten von positiven Vorbildern und MentorInnen gespeichert.

2. Das kritische Eltern-Ich zeigt sich

  • bewertend,
  • belehrend,
  • tadelnd,
  • korrigierend,
  • bestrafend.

Hier werden Verbote, Regeln, Maßregelungen, Kritik, als angemessen erachtete Verhaltensregeln gespeichert.

Aus dem kritischen Eltern-Ich-Zustand können die oben genannte Glaubenssätze stammen. 

Das Erwachsenen-Ich

hinterfragt und modelliert Glaubenssätze. 

Das Erwachsenen-Ich ist zuständig für

  • sachliche Informationsbeschaffung und
  • logische Verarbeitung von Informationen.

Es steht für

  • eigenverantwortliches,
  • selbstbestimmtes,
  • reflektiertes Handeln,
  • die Abwägung von Informationen und Bildung eines objektiven Urteils,
  • das Durchdenken von Folgen fremder und eigener Handlungen.

Aus diesem Zustand heraus reagiert man angemessen auf die gegenwärtige Situation.

Grundsätzlich im Business ein angebrachter Zustand.

Wenn man es damit übertreibt und mit roboterähnlichen Zügen die Beziehungsebene vernachlässigt, wird es allerdings auch schwierig.
Dann mutiert man zu Mr. Spock - oder für die jüngere Leserschaft - zum Sheldon Cooper der Ich-Zustände. 

Das Kind-Ich

ist der Sitz der Wünsche, Bedürfnisse und Gefühle.

Als Reaktion auf das elterliche Verhalten sind im Kind-Ich das Überleben sichernde Strategien gespeichert.

Es beherbergt drei Zustände.

1. Das angepasste Kind-Ich,

das im voraus eilendem Gehorsam versucht, sich  erwartungsgemäß und regelkonform zu verhalten.

Es ist eher

  • ängstlich,
  • konfliktscheu,
  • nachgebend,
  • höflich und
  • unterwürfig.

Auch aus diesem Ich-Zustand heraus, oft in Kombination mit einem starken kritischen Eltern-Ich, können hemmende Glaubenssätze entstehen.

2. Das rebellische Kind-Ich

das genau das Gegenteil tut und

  • tendenziell dagegen ist,
  • sich auflehnt,
  • meckert.
  • Es will sich abgrenzen und
  • der elterlichen Autorität trotzen.

Auch hier kann die Quelle hemmender Glaubenssätze sein, wenn ein Verhalten oder eine Bemerkung dieses vertraute Verhaltensmuster aktiviert.

3. Das freie Kind-Ich, das

  • gefühlsbetont,
  • impulsiv,
  • spontan,
  • ausgelassen,
  • kreativ,
  • mutig

sein kann.

Es hat die Fähigkeit, andere zu begeistern, zu motivieren und mitzureißen.

Es ist

  • neugierig,
  • wissensdurstig und
  • abenteuerlustig.

Die Pippi Langstrumpf der Ich-Zustände.

Spricht man diesen Anteil an oder handelt aus diesem Anteil heraus, erreicht man die Gefühle, ist Brainstorming erfolgreich, kreative Lösungen werden gefunden, Neues entsteht.

Aus welchem Ich-Zustand kommen Deine Glaubenssätze?

Torpedierenden Glaubenssätze entspringen dem kritischen Eltern-Ich. In diesem Persönlichkeitselement sind die von den Eltern und anderen „Respektspersonen“ übernommenen Werte, Normen und Haltungen gespeichert.
Sie laufen unbemerkt automatisiert ab und steuern uns, obwohl sie längst nicht mehr passend für unsere aktuelle Situation sind. „Erfolg muss man sich erarbeiten.“

Oder sie kommen aus dem angepassten Kind-Ich.
Dort sind Selbstannahmen, Identitätszuschreibungen und Strategien gespeichert, die die Zuschreibungen des kritische Eltern-Ichs kopieren. Aus „Du schaffst das nicht“ wird „Ich schaffe das ja sowieso nicht.“

Oder sie entstehen im rebellischen Kind-Ich.
Dort sind Selbstannahmen, Identitätszuschreibungen und Strategien gespeichert, die die Zuschreibungen des kritische Eltern-Ichs in ‘s Gegenteil verkehren. Aus „Das ist nützlich“ wird „So ein Unsinn, damit kann man doch nicht weiterkommen.“

Das Erwachsenen-Ich bringt die Lösung.

Aus diesem Zustand heraus kann man das eigene Glaubenssatz-Dilemma aus der Metaposition betrachten, weitestgehend sachlich abwägen und angemessene neue Glaubenssätze und Identitätszuschreibungen formulieren.

Übung: Horch mal, wer Dich spricht.

Ich möchte Dich ermuntern, bei widerstreitenden Gedanken und Gefühlen innezuhalten und darauf zu achten, welche Ich-Zustände da gerade miteinander konkurrieren.

Fragen zur Klärung können sein:

  • Aus welchem Ich-Zustand heraus denke, bewerte und handele ich gerade?
  • Ist das in der aktuellen Situation angemessen oder spule ich kritiklos Glaubenssätze ab, die längst ihr Verfallsdatum überschritten haben?
  • Wer hat (früher) so zu mir gesprochen? Welche/wessen innere Stimme höre ich?
  • Welche frühere Situation sehe ich?
  • Welche Emotionen habe ich? Wann hatte ich diese Emotionen früher schon einmal?
  • Wie lautet meine erwachsene, angemessene Version eines passenden Glaubenssatzes?
     

In Gesprächen den Ich-Zustand erkennen

Hier kannst Du unter "Einblicke" die Beispiel-Übungen herunterladen:

https://www.traumjobformel.blog/bestellseminare/

Auf der Seite sind auch die Literaturhinweise.

Für Alle, die zum Thema Kommunikation 'mal etwas Anderes lesen wollen als Schulz von Thun und Watzlawick.

Mehr Infos zu Transaktionsanalyse.

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